STAMMZELLEN-ZENTRUM WIEN

Die Stammzellentherapie gilt als die Zukunft der Arthrosetherapie

Univ.-Prof. Dr. Christian Gäbler ist einer der international führenden Kniespezialisten Österreichs, der mit seinem Team des SPORTambulatorium Wien ein professionelles Kompetenzzentrum für akute und chronische Gelenkbeschwerden in Wien führt.

Die langjährige Tätigkeit und Erfahrung von Univ.-Prof. Dr. Christian Gäbler im Bereich der operativen, aber auch der konservativen (=nicht-operativen) Therapie von Gelenkproblemen fließt in alle unsere Behandlungskonzepte ein. Ebenso ist es unser Anliegen unseren Patienten die modernsten und erfolgversprechendsten Therapiemethoden anbieten zu können. So hat sich Prof. Gäbler schon seit vielen Jahren fachlich und operativ mit der Stammzellentherapie auseinandergesetzt.

Durch die völlig neuen Möglichkeiten der mesenchymalen Stammzellen (die aus Fettzellen gewonnen werden können) haben sich minimal-invasive Behandlungsalternativen zu den bereits bekannten Infiltrationstherapien und operativen Eingriffen entwickelt.

Neueste Studien haben gezeigt, dass die Stammzellentherapie zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation und Lebensqualität sowie einer Zunahme der Knorpeldicke führen kann (s. unten).

Gelenksprothesen, vor allem am Kniegelenk, können durch die Stammzellentherapie oft signifikant hinausgezögert und in manchen Fällen sogar vermieden werden!

Stammzellen Ansicht

Was sind Stammzellen?

Als Stammzellen werden jene Körperzellen bezeichnet, die in der Lage sind sich in verschiedene Zelltypen bzw. Gewebe zu differenzieren. Damit können Stammzellen nahezu jedes Gewebe im menschlichen Körper heilen. Diese Besonderheit und die Eigenschaft solange inaktiv zu sein bis sie durch ein Problem (Verletzung, Entzündung, Zellsterben) aktiviert werden, machen sie für den Einsatz in der Medizin so interessant. 

Sobald Stammzellen aktiviert sind, vermehren sie sich und regen Selbstheilungsprozesse im Körper an. 

Was ist das Ziel einer Stammzellentherapie? 

  • Beschwerdefreiheit/Schmerzlinderung im Alltag 
  • Wiederherstellung der Funktion des Knorpels
  • höhere Belastbarkeit
  • Verbesserung der Lebensqualität 
  • Vermeidung einer Knieprothese 

Wie wirkt die Stammzellentherapie? 

  • Bei der Stammzellentherapie (auch ACA-Therapie —> Autologue Conditioned Adipose Tissue Therapy) werden durch körpereigene Zellen Heilungsprozesse aktiviert und angeregt.
  • Die Stammzelle enthält alle Informationen die notwendig sind, um sich in andere Zellformen differenzieren zu können. Sie kann daher in der Therapie aller Organe eingesetzt werden. Da Stammzellen in einigen Körperbereichen nur begrenzt verfügbar sind, werden sie bei der Stammzellentherapie aus hochpotenten, jedoch wenig genutzten Arealen (zB dem Bauchfett) entnommen und dann dort eingesetzt, wo sie benötigt werden.
  • Neueste wissenschaftlich Studien haben gezeigt, dass Stammzellen ihre Umgebung wahrnehmen und bei Bedarf hohe Dosen an bioaktiven Molekülen und antioxidativen Substanzen, aber auch Wachstumsfaktoren ausschütten können. Dadurch kommt es auch zu einer Hemmung der Entzündungs- und Selbstzerstörungsprozesse, die die Arthrose eines Gelenkes progredient fortschreiten lassen.
  • Es ist auch das „Homing“ von Stammzellen beschrieben. Das bedeutet, dass Stammzellen in Knorpeldefekte einwandern können und dort tatsächlich neuen Knorpel bilden, dadurch kommt es auch zu einer verbesserten Belastungsfähigkeit des behandelnden Gelenks. 

Bzw. ist in dieser wissenschaftlichen Arbeit von S. Lopa et al. (2019), Injective mesenchymal stem cell-based treatments for knee osteoarthritis: from mechanisms of action to current clinical evidences, der Funktionsmechanismus noch genauer beschrieben:

A dramatic cultural revolution started about 10 years ago when the scientists consistently focused their attention on the ability of these cells to “sense” the environment and secrete as a response large quantities of different bioactive molecules, such as cytokines, antioxidant and pro-angio- genic substances, trophic factors, and other proteins [45]. In  physiological conditions, MSCs reside in the perivascular niche in a quiescent condition until the signals released after an injury activate their migration to the damaged site pro- moting the production of bioactive molecules to re-establish tissue homeostasis [46–48]. For this reason, they have been recently renamed as “medicinal signaling cells” [46, 47, 49]. As a result, the paracrine activity of MSCs would be involved in productive repair, by switching off inflammation, limiting stress response, and apoptosis, and recruiting the immune and reparative cells of the recipient [50–53]. 

An extensive in vitro and ex vivo research activity focused on the identification and explanation of the mechanisms of action of MSCs. Some of these studies clearly report an influence of MSC paracrine activity on inflammation and matrix turnover in OA, where the presence of a proinflammatory milieu was suggested as the switcher to promote the antiinflammatory effects of MSCs. Indeed, priming BMSCs with OA synovial fluid promotes an increase of indoleamine 2,3-dioxygenase (IDO) expression [54], while priming these cells with IFNγ and TNFα determines an increase of IDO activity and IL-6 expression [55]. Moreover, conditioned medium obtained from BMSCs primed with OA synovial fluid inhibits T-cell proliferation [54], while, after IFNγ and TNFα priming, BMSC-conditioned medium determines IL-1β downregulation and SOCS1 (suppressor of cytokine signaling) upregulation in synovium explants, and a down- regulation of ADAMTS5 and upregulation of IL-1Ra and SOCS1 in cartilage explants [55]. In addition, in the presence of high levels of pro-inflammatory mediators, a co-culture in transwell of ASCs obtained from infrapatellar fat pad, subcutaneous hip, or abdominal fat with chondrocytes and synoviocytes determines a decrease of IL-1β, IL-6, and CXCL8/IL-8 expression and release [56].

All these recent observations do not invalidate the “old school” theory based on the participation of MSCs to the repair process through their direct differentiation into tissue- specific cells. However, it is hard to believe that the few MSCs contained in a BMAC or SVF preparation injected intra-articularly can reach the multiple chondral lesions, permanently adhere and start the repair process by producing new cartilage. Therefore, while these two mechanisms of action of MSCs (paracrine action and direct cell differentiation) are not exclusive of each other, the difference is essential and needs to be taken into account for a critical analysis of the literature and for informing correctly the patients about the reasonable results they should expect from this kind of treatment.

Results

The majority of the studies reports significant improvements in terms of pain and knee function compared to baseline values, up to 24 months of follow-up.

Was kann behandelt werden?

Vor allem im orthopädischen Bereich gilt die Stammzellentherapie als die Therapieform der Zukunft.
Derzeit können folgende Arthroseerkrankungen erfolgreich behandelt werden:

  • Kniearthrose (Gonarthrose)
  • Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • Schulterarthrose
  • Sprunggelenksarthrose

Da die Erfolgschance der Stammzellentherapie von vielen Faktoren abhängt, beraten wir Sie gerne und gehen auf Ihren individuellen Fall ein. 

Wie ist der Ablauf der Stammzellentherapie: 

  • Entnahme des Fettgewebes aus dem Unterhautfettgewebe unter lokaler Betäubung.
  • Umgehende Aufbereitung des entnommenen Fettgewebes mittels speziellen Instrumentariums. Dabei gewinnen wir aus dem entnommenen Fettgewebe ca. 1.500.000 Stammzellen.
  • Anreicherung mit Eigenblut (PRP). Dieses enthält hochdosierte Wachstumsfaktoren, die die Wirkung der Stammzellen potenzieren.
  • Das Stammzellenpräparat wird anschließend in das entsprechende Gelenk infiltriert.
  • Dauer des Procedere: 60 – 90 Minuten.
  • Danach Schonung, event. Krücken, für zwei Wochen.

ACHTUNG: Blutverdünnung soll bitte 3 Tage vor der Behandlung abgesetzt werden und muss unbedingt bei der ärztlichen Aufklärung angegeben werden!

Vorteile im Vergleich zu anderen Therapiemethoden: 

  • Minimalinvasiv
  • kurze Regenerationszeit und somit schnelle Rückkehr in den Alltag
  • reduziertes Risiko von Infektionen im Vergleich zu Operationen
  • rasche, ambulante Durchführung von 60 – 90 Minuten 
  • nachhaltig 
  • hohe Erfolgschancen 
  • geringe Nebenwirkungen (im Vgl. v.a. zu Knieprothese)


Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass die Stammzellentherapie derzeit sicherlich eine der erfolgsversprechendsten Methoden in der Arthrosetherapie ist (s. Literatur unten). Die Studienlage zeigt in vielen Fällen ausgezeichnete Erfolge. Die Stammzellentherapie wird weltweit eingesetzt, dies allerdings erst seit einigen Jahren, daher sind Langzeitstudien nicht verfügbar. Ein Heilversprechen kann von unserer Seite explizit nicht gegeben werden. 

Literaturauszug aus mehr als 500 Studien: 

  • Freitag J, Bates D, Wickham J, Shah K, Huguenin L, Tenen A, Paterson K, Boyd R.: Adipose-derived mesenchymal stem cell therapy in the treatment of knee osteoarthritis: a randomized controlled trial. In Regen Med. 2019 Mar;14(3):213-230.
  • Lu L, Dai C, Zhang Z, Du H, Li S, Ye P, Fu Q, Zhang L, Wu X, Dong Y, Song Y, Zhao D, Pang Y, Bao C.: Treatment of knee osteoarthritis with intra-articular injection of autologous adipose-derived mesenchymal progenitor cells: a prospective, randomized, double-blind, active-controlled, phase IIb clinical trial. In: StemCell Res Ther. 2019 May 21;10(1):143.
  • Ha CW, Park YB, Kim SH, Lee HJ.: Intra-articular Mesenchymal Stem Cells in Osteoarthritis of the Knee: A Systematic Review of Clinical Outcomes and Evidence of Cartilage Repair. In: Arthroscopy. 2019 Jan;35(1):277-288
  • Dall’Oca C, Breda S, Elena N, Valentini R, Samaila EM, Magnan B. Mesenchymal Stem Cells injection in hip osteoarthritis: preliminary results. In Acta Biomed. 2019 Jan 10;90(1-S):75-80.
  • Shimozono Y, Fortier LA, Brown D, Kennedy JG. Adipose-Based Therapies for Knee Pain-Fat or Fiction. In: J Knee Surg. 2019 Jan;32(1):55-64.
  • Russo A, Screpis D, Di Donato SL, Bonetti S, Piovan G, Zorzi C. Autologous micro-fragmented adipose tissue for the treatment of diffuse degenerative knee osteoarthritis: an update at 3 year follow-up. In: J Exp Orthop. 2018 Dec 19;5(1):52.
  • Pers YM, Quentin J, Feirreira R, Espinoza F, Abdellaoui N, Erkilic N, Cren M, Dufourcq-Lopez E, Pullig O, Nöth U, Jorgensen C, Louis-Plence P. Injection of Adipose-Derived Stromal Cells in the Knee of Patients with Severe Osteoarthritis has a Systemic Effect and Promotes an Anti-Inflammatory Phenotype of Circulating Immune Cells. In: Theranostics. 2018 Nov 5;8(20):5519-5528.
  • Baiguera, S., Jungebluth, Ph., Mazzanti, B., Macchiarini, P.Mesenchymal stromal cells for tissue-engineered tissue and organ replacements. In: Transpl Int 25. Nr. 4, April 2012, S. 369–382,
  • Pretheeban, T., Lemos, D.R., Paylor, B. et al.: Role of stem/progenitor cells in reparative disorders. In: Fibrogenesis Tissue Repair 5. Artikelnr. 20, 27. Dezember 2012.
  • Ra, J.C., Shin, I.S., Kim, S.H. et al.: Safety of intravenous infusion of human adipose tissue-derived mesenchymal stem cells in animals and humans. In: Stem Cells Dev 20. Nr. 8, August 2011, S. 1297–1308,
  • Karp, J.M., Leng Teo, G.S.: Mesenchymal stem cell homing: the devil is in the details. In: Cell Stem Cell 4. Nr. 3, 6. März 2009, S. 206–216.
  • Uccelli, A., Moretta, L., Pistoia, V.: Mesenchymal stem cells in health and disease. In: Nat Rev Immunol 8. Nr. 9, September 2008, S. 726–736.
  • Chamberlain, G., Fox, J., Ashton, B., Middleton, J.: Concise review: mesenchymal stem cells: their phenotype, differentiation capacity, immunological features, and potential for homing. In: Stem Cells 25. Nr. 11, November 2007, S. 2739–2749,
  • Kern, S., Eichler, H., Stoeve, J. et al.: Comparative analysis of mesenchymal stem cells from bone marrow, umbilical cord blood, or adipose tissue. In: Stem Cells 24. Nr. 5, Mai 2006, S. 1294–1301,
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