
Medizinisch geprüft von: Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler
Stand: 30.01.2026 | Lesezeit: ca. 9 Min.
Der Meniskus arbeitet wie ein Stoßdämpfer und sorgt für Stabilität im Kniegelenk. Durch Sport und tägliche Belastung ist der Faserknorpel des Meniskus oft großem Druck und Abnutzung ausgesetzt. Kein Wunder, dass der Meniskusriss eine der häufigsten Knieverletzungen ist.
Im Sportambulatorium Wien kümmern wir uns sowohl um akute Verletzungen des Meniskus, die beim Sport oder einer falschen Bewegung entstehen, als auch um degenerative Meniskusrisse, die von jahrzehntelanger Abnutzung stammen können. Je nach Art der Verletzung finden wir die passende Behandlung für Meniskusriss.

Der Meniskus & mögliche Verletzungen
So ist der Meniskus aufgebaut
Der Meniskus besteht aus einem Faserknorpel, einer gummiartigen Substanz ähnlich wie in den Bandscheiben der Wirbelsäule. Man unterscheidet dabei zwischen Innenmeniskus und Außenmeniskus. Der Knorpel ist halbmondförmig und wirkt zwischen Oberschenkel und Unterschenkel als Stoßdämpfer. Außerdem unterstützt der Meniskus durch seine Form das Kniegelenk in der optimalen Bewegung und stabilisiert das Knie gemeinsam mit Seitenbändern und Kreuzband.

Wie entsteht ein Meniskusriss?
Wird der Meniskus verletzt und seine Struktur geschädigt, spricht man von einem Meniskusriss. Diese Verletzung kann auf zwei Arten entstehen:
- Akuter Meniskusriss: Bei akuten Verletzungen handelt es sich meist um Sportverletzungen, die häufig beim Schifahren, Fußball, Tennis oder Kampfsportarten entstehen. Doch auch im Alltag kann eine Meniskusverletzung durch das massive Drehen beim Aufstehen aus der Hocke oder anderen ungünstigen Bewegungen entstehen.
- Degenerativer Meniskusriss: Von degenerativen Meniskusverletzungen spricht man, wenn es über Jahre und Jahrzehnte zu „verschleißbedingten“ Schäden kommt. Ist der Knorpel über lange Zeit stark belastet, kann es zu Einrissen und einem Ausfransen der Knorpelstruktur kommen.
Univ. Prof. Dr. Gäbler sagt: „In meiner langjährigen Praxis sehe ich zwei typische Ursachen: den akuten Riss nach einer ungünstigen Drehbewegung unter Belastung (z.B. beim Schifahren oder Fußballspiel) – und die degenerative Schädigung durch chronische Überlastung. Gerade der Innenmeniskus ist aufgrund seiner festen Verankerung im Knie deutlich verletzungsanfälliger.“
Welche Art des Meniskusrisses liegt vor?
Die Bestimmung von Art, Lokalisation und Beschaffenheit eines Meniskusrisses ist für uns als behandelnde Ärzte ein wesentlicher Schritt, um die passende Therapie festzulegen. Dabei achten wir auf folgende Merkmale:
- Richtung und der Ort des Rissverlaufs
- Form der Verletzung: eine klare Linie (oft bei akuten Verletzungen) oder ausgefranste Schäden (degenerativer Meniskusriss)
Arten des Meniskusriss im Überblick:
| Art des Meniskusrisses | Beschreibung und Besonderheiten |
|---|---|
| Längsriss / Vertikalriss | Verläuft parallel zur Faserrichtung des Meniskus. Er tritt häufig bei jüngeren Menschen nach Sportunfällen auf. |
| Korbhenkelriss | Eine Sonderform des Längsrisses, bei der sich ein Teil des Meniskus wie ein Henkel in das Gelenk umschlägt. Dies führt oft zu schmerzhaften Blockaden. |
| Radiärriss / Querriss | Dieser Riss verläuft vom Innenrand des Meniskus nach außen. Er unterbricht die Stabilität des Meniskusrings massiv. |
| Lappenriss | Ein meist schräger Riss, bei dem ein Gewebestück („Lappen“) frei beweglich ist und sich im Gelenk einklemmen kann. |
| Horizontalriss | Spaltet den Meniskus in eine obere und untere Schicht. Diese Form ist oft degenerativ bedingt und tritt häufiger im Alter auf. |
| Wurzelriss | Ein Riss direkt an der Verankerung des Meniskus am Schienbeinkopf. Da die Pufferfunktion hier komplett ausfällt, ist das Arthroserisiko besonders hoch. |

Warum ist die Lokalisation eines Meniskusrisses wichtig?
Beim Meniskus unterscheidet man zwischen 3 Zonen, die auf die Durchblutung des Gewebes hinweisen.
- Die Zone I oder „Rote Zone“ befindet sich am Rand der Knorpelstruktur und ist am besten durchblutet. Daher sind hier die Heilungschancen am besten.
- Zone II liegt mittig und ist bereits weniger durchblutet.
- Zone III oder “weiße Zone” liegt im Inneren, wo gerissenes Gewebe oft eher entfernt werden muss.

Meniskusriss: Symptome & Beschwerden
Die individuellen Beschwerden hängen stark von der Art und Lage des Risses ab. Klassische Symptome bei einem Meniskusriss sind:
- Einschießender Schmerz: Ein stechender und punktueller Schmerz direkt auf Höhe des Gelenkspalts ist ein häufiges Symptom bei Meniskusriss. Oft verstärkt sich dieser Schmerz bei Drehbewegungen, Stiegensteigen oder tiefem In-die-Hocke-Gehen.
- Schwellung: Bei einer Verletzung reagiert das Knie oft mit einer Entzündungsreaktion und schwillt sichtbar an (Gelenkerguss). Das Knie fühlt sich prall an und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.
- Mechanische Blockaden: Wenn sich nach der Verletzung ein Teil des Meniskus im Gelenk verhakt, lässt sich das Knie nicht mehr vollständig strecken oder beugen. Das kann sich anfühlen wie ein “Schnappen” oder “Klicken” im Gelenk und schränkt die Bewegung des Kniegelenks erheblich ein.
- Gefühl der Instabilität: Das Gefühl, das Knie könne jeden Moment „wegknicken“.
Symptome bei akutem und degenerativen Meniskusriss
Die wahrgenommenen Symptome eines Meniskusrisses können sich auch nach Art der Verletzung unterscheiden.
Akute oder traumatische Meniskusrisse gehen oft mit einem plötzlichen Schmerz einher. Nach einem Verdrehen des Knies oder einem schnellen Ausfallschritt spürt man eine plötzliche Empfindung und bemerkt eine Schwellung.
Degenerative Schäden dagegen äußern sich eher durch dumpfe, belastungsabhängige Schmerzen, die nach Ruhephasen zunächst abklingen, bei erneuter Aktivität jedoch regelmäßig wieder auftreten.
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Diagnose Möglichkeiten nach Meniskusriss
Um einen Meniskusriss sicher zu diagnostizieren, nutzen wir im Sportambulatorium Wien immer ein mehrstufiges Diagnoseverfahren: eine klinische Untersuchung durch unsere Spezialisten und bildgebende Bestätigung durch z.B. ein MRT.
1. Untersuchung durch unsere Spezialisten
Am Beginn jeder Diagnose steht das Gespräch mit dem Arzt (Anamnese) und die körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Orthopäde den Gelenkspalt ab und führt spezielle Test durch (z. B. den McMurray- oder Steinmann-Test). Das Bein wird in bestimmten Winkeln gebeugt und gedreht. Schmerzen oder ein hörbares Klicken bei diesen Bewegungen geben uns bereits einen sehr sicheren Hinweis darauf, welcher Teil des Meniskus betroffen ist.
2. Bildgebende Verfahren bei Meniskusriss
2.1. Magnetresonanztomografie (MRT)
Ein Meniskusriss lässt sich mit MRT am umfassendsten diagnostizieren. Im Gegensatz zum Röntgen macht das MRT Weichteile wie Knorpel, Bänder und Menisken detailliert sichtbar. Durch die Schichtaufnahmen kann der Arzt nicht nur sehen, dass ein Riss vorliegt, sondern auch dessen genaue Form und Lage bestimmen. Dies ist entscheidend für die Entscheidung einer eventuellen Operation.
2.2. Röntgen
Ein klassisches Röntgenbild kann den Meniskus selbst nicht darstellen. Dennoch helfen Röntgenbilder, um andere Ursachen für die Knieschmerzen auszuschließen. Unter anderem kann ein fortgeschrittener Gelenkverschleiß (Arthrose) sichtbar gemacht werden, der oft mit Meniskusschäden einhergeht.
2.3. Ultraschall (Sonografie)
Die Ultraschalluntersuchung ist eine schnelle Methode, um erste Eindrücke von einem Meniskusriss zu bekommen. Der Arzt kann damit vor allem Begleiterscheinungen wie einen Gelenkerguss (Flüssigkeitsansammlung) oder Zysten (z. B. ein Meniskusganglion) gut erkennen. Zur Meniskusdiagnostik selbst ist eine Ultraschall-Untersuchung weniger geeignet.
2.4. Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
Bei einer Arthroskopie kann der Chirurg den Meniskus direkt mit einer Kamera sehen und auf seine Stabilität prüfen. Dadurch bietet sie die absolut höchste Genauigkeit einer Diagnose. Dieser minimalinvasive Eingriff wird heute jedoch fast nur durchgeführt, wenn die Diagnose durch ein MRT bereits feststeht und im selben Schritt eine operative Behandlung stattfindet.
Tipp: Eine MRT Abklärung ist immer angeraten, da es auch Meniskusschäden gibt, die nicht operiert werden müssen.
Meniskusriss und andere Verletzungen im Knie
Ein Einriss des Meniskus tritt häufig auch mit anderen Problemen und Verletzungen im Knie auf.
Meniskusganglion
Ein Meniskusganglion ist eine Zyste, die sich an der Meniskusbasis bildet und in Folge eines Meniskusriss entstehen kann. Ein Ganglion ist mit einer meist geleeartigen Flüssigkeit gefüllt und kann zusätzlich Schmerzen im Knie verursachen. Um das Ganglion erfolgreich zu behandeln, muss unbedingt auch der Meniskusriss behandelt werden. Die alleinige Entfernung des Ganglions ohne Behebung der Ursache empfehlen wir nicht.
Kreuzbandriss und Meniskusriss
Ein Kreuzbandriss und ein Meniskusriss treten oft gemeinsam auf. Die Kreuzbänder stabilisieren das Knie und daher führt ein Kreuzbandriss oft zu einer abnormen Beweglichkeit des Gelenks. Diese Instabilität belastet die Menisken massiv und provoziert häufig Folgerisse. Bei dieser kombinierten Verletzung ist eine Operation meist unumgänglich, um die Stabilität im Gelenk wiederherzustellen und langfristige Schäden zu verhindern.
Seitenbänder und Meniskusverletzung
Die Seitenbänder, insbesondere das Innenband, sind anatomisch mit dem Meniskus verwachsen. Bei Unfällen durch seitliche Krafteinwirkung oder starke Verdrehungen werden daher häufig Seitenbänder und Meniskus gleichzeitig verletzt. In der Therapie steht die Stabilisierung der Bänder oft an erster Stelle, damit auch der Meniskus langfristig vor Folgeschäden geschützt wird.
Gut zu wissen: Sind Kreuzband, Seitenbänder und Meniskus gemeinsam von einer Verletzung betroffen, spricht man in der Medizin von der “Unhappy Triad”. Sie entsteht oft durch eine heftige Verletzung im Sport oder einen Unfall und zieht eine Operation und intensive Rehabilitation mit sich.
Therapie: Muss ein Meniskusriss immer operiert werden?
Wenn ein Meniskusschaden festgestellt wird, wird sehr oft eine Operation empfohlen – auch dann, wenn keine oder nur geringe Schmerzen bestehen. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Meniskusriss nicht operiert werden muss. Die tatsächliche Entscheidung zur Therapieform muss aber individuell für jeden Patienten getroffen werden.
Warum ist eine Operation bei Meniskusriss meist die beste Variante?
Da der Meniskus kaum durchblutet ist und kaum von selbst heilen kann, ist ein vorbeugender Eingriff oft die beste Behandlungsmethode. Denn durch den kaputten Meniskus kommt es durch ständiges Reiben am Knorpel sehr rasch zu Schäden an Knorpel und Gelenk.
Univ. Prof. Dr. Gäbler empfiehlt: „Als Grundregel gilt: je jünger ein Patient mit einem Meniskusriss ist, desto eher muss er operiert werden. Je älter die Patienten mit degenerativen Rissen sind, desto eher wird man versuchen, ohne Operation Schmerzfreiheit zu erzielen.”
Meniskusriss ohne OP
Ein Riss kann konservativ (Physiotherapie und Muskelaufbau) behandelt werden, wenn:
- … keine Blockaden und andauernden Schmerzen vorhanden sind.
- … mit gezieltem Muskelaufbau das Knie und der Knorpel effektiv entlastet werden können.
- … aufgrund der Lokalisation des Risses (in Zone I) eine Chance auf Selbstheilung besteht.
- … durch eine Operation ein erhöhtes Risiko für die allgemeine Gesundheit des Patienten besteht.
- … eine vorhandene Arthrose bereits soweit fortgeschritten ist, dass eine reine Meniskus-OP nicht zur Schmerzlinderung und zum gewünschten Therapieziel beiträgt.
Kann ein Meniskusriss von selbst wieder heilen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, eine Selbstheilung ist möglich, in den meisten Fällen aber unwahrscheinlich. Eine gute Heilungstendenz besteht nur in der Zone I, da die Durchblutung und damit die Heilungstendenz nach innen hin bis zur Zone III ständig abnimmt. Die Dauer der Heilung eines Meniskusriss ohne OP ist nicht pauschal zu beantworten, liegt aber bei mehreren Wochen.
Wann ist eine Meniskusriss-OP notwendig?
Es gibt klare medizinische Anzeichen, die einen operativen Eingriff (Arthroskopie) unbedingt notwendig machen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die mechanische Funktion des Gelenks unmittelbar eingeschränkt ist oder Langzeitschäden verhindert werden müssen.
| Kriterium | Grund für die Operation |
|---|---|
| Mechanische Blockaden | Wenn das Knie “verkeilt“ und sich nicht mehr strecken lässt, ist eine Operation meist notwendig. |
| Instabile Rissformen | Große Lappenrisse oder radiäre Risse können unter Belastung weiter einreißen und gesundes Gewebe schädigen. |
| Erfolglose konservative Therapie | Wenn trotz intensiver Physiotherapie über längeren Zeitraum keine Besserung der Schmerzen und Belastbarkeit eintritt. |
| Junge, aktive Patienten | Bei sportlich aktiven Menschen wird oft frühzeitig operiert, um die volle Funktionsfähigkeit langfristig wiederherzustellen. |
| Kombinationsverletzungen | Tritt der Riss zusammen mit einem Kreuzbandriss oder Verletzung der Seitenbänder auf, ist eine OP meist nötig, um die Gesamtstabilität des Knies zu sichern. |
| Rekonstruierbare Risse | Wenn der Riss in der gut durchbluteten Zone liegt und genäht werden kann (Meniskus-Refixation), sollte dies zeitnah geschehen, um den Meniskus zu retten. |
Das Arthroserisiko bei Meniskusriss ohne OP
Der Schmerzreiz, der durch eine Verletzung des Meniskus ausgelöst wird, hört selten von selbst auf, da der Meniskus wenig durchblutet ist und kaum von selbst heilt. Die ständigen Reibebewegungen des kaputten Meniskus bei nicht-behandelten Meniskusverletzungen führen zu wiederkehrenden Schmerzen bei Belastung, Einklemmungserscheinungen, Schwellungen des Kniegelenkes und zu sekundären Schäden an den Knorpelflächen und damit zur frühzeitigen Arthrose.
Meniskusriss-OP: Methoden im Detail
Wenn eine Operation notwendig ist, wird eine minimal invasive Arthroskopie durchgeführt. Unser oberstes Ziel im Sportambulatorium Wien ist es immer, so viel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten. Bei einer Meniskus-OP gibt es zwei vorrangige Verfahren:
Meniskusrefixation (Meniskusnaht)
Bei der Meniskusrefixation wird der gerissene Meniskus nicht entfernt, sondern operativ repariert und genäht. Damit die Naht erfolgreich heilen kann, muss der Riss in der gut durchbluteten „Roten Zone“ liegen.
Ablauf der Refixation:
- Im Rahmen einer Arthroskopie führt der Chirurg eine Kamera und spezielle Instrumente in das Gelenk ein, um die Risskanten präzise wieder aneinander zu legen.
- Diese werden anschließend mit feinsten Fäden dauerhaft fixiert.
- Ziel dieses Eingriffs: Die natürliche Stoßdämpferfunktion des Meniskus zu bewahren.
- Obwohl die anschließende Heilungsphase länger dauert als bei einer Teilentfernung, bietet die Refixation den besten langfristigen Schutz vor Knorpelverschleiß und Arthrose.
Meniskus Teilentfernung (Teilresektion) & Glättung
Bei einer Teilentfernung oder Teilresektion wird das Knorpelgewebe im Rahmen einer Arthroskopie beschnitten und anschließend geglättet. Hierbei entfernt der Chirurg nicht den gesamten Meniskus, sondern lediglich den eingerissenen, instabilen Teil, der die Beschwerden verursacht.
Ablauf der Resektion:
- Im Rahmen der Arthroskopie werden eine Kamera und spezielle Mikro-Instrumente in das Knie eingeführt.
- Der Chirurg schneidet nur das defekte Gewebe weg, das das Gelenk blockiert oder Schmerzen verursacht.
- Die verbleibenden Ränder des Meniskus werden sorgfältig geglättet, damit keine neuen Einrisse entstehen und der Meniskus wieder stabil im Gelenk liegt.
- Ziel des Eingriffs: abgestorbenes Gewebe entfernen und vollständige Beweglichkeit des Kniegelenks ermöglichen
Gut zu wissen: Je mehr Meniskusgewebe entfernt werden muss, desto wahrscheinlicher ist es, dass es zu einer frühzeitigen Gelenksabnützung (Arthrose) kommt. Gezielte Physiotherapie und bewusste Bewegung können der Abnützung vorbeugen.
Teilresektion & Meniskusrefixation im Vergleich
| Merkmal | Meniskusnaht (Refixation) | Meniskusteilresektion |
|---|---|---|
| Vorgehensweise | Der Riss wird mit speziellen Fäden genäht. | Das kaputte Gewebe wird entfernt und der Rest geglättet. |
| Ziel | Vollständiger Erhalt des Meniskus als Stoßdämpfer. | Schnelle Schmerzfreiheit und Beseitigung von Blockaden. |
| Voraussetzung | Riss in der gut durchbluteten „Roten Zone“ | Meist bei degenerativen Rissen oder in der „Weißen Zone“ |
| Heilungsdauer | Langwierig (ca. 4–6 Monate bis zum Sport). | Schnell (ca. 4–6 Wochen bis zum Sport). |
| Nachbehandlung | Oft 6 Wochen Schiene (Orthesenpflicht) und Teilbelastung. | Vollbelastung meist nach wenigen Tagen möglich. |
| Langzeitfolge | Geringes Arthroserisiko, da die Pufferfunktion bleibt. Risiko für neuerlichen Einriss | Erhöhtes Arthroserisiko, da weniger Pufferfläche verbleibt. |

Heilungsdauer & Reha nach Meniskusriss
Sportliche Einschränkungen nach einer OP
Je nach Art der Therapie oder Operationsmethode unterscheidet sich auch die Dauer für die vollständige Heilung und die Rückkehr zum Sport. Unserer Erfahrung nach sind nach einer Meniskusoperation im Sport keine Einschränkungen zu erwarten. Die Rückkehr zu den verschiedenen Sportarten hängt jedoch von der Operationsmethode und dem Ausmaß des geschädigten Meniskusgewebes ab.
Zeitplan ohne Operation
Ein Meniskusriss ohne OP dauert es in der Regel 3 bis 6 Monate bis zur Rückkehr zur vollen Belastbarkeit und Sport.
- Woche 1–2: Schmerzlinderung und Abschwellen stehen im Vordergrund. Belastung meist nur schmerzadaptiert (eventuell mit Krücken).
- Woche 2–6: Gezielter Aufbau der Oberschenkelmuskulatur (Physiotherapie), um das Gelenk zu entlasten. Die Beweglichkeit wird schrittweise gesteigert. Sanfte Bewegung ohne viel Widerstand z.B. am Ergometer ist bei Schmerzfreiheit angemessen.
- Woche 6-8: Gelenkschonender Sport wie Radfahren, Spazierengehen oder Kraulschwimmen sind erlaubt.
- Ab Monat 3: Der Meniskus stabilisiert sich weiter, die Muskulatur übernimmt zunehmend die Schutzfunktion. Leichtes Lauftraining oder Joggen auf weichem Boden sind möglich.
- Ab 6 Monaten: Hat sich das bisherige training positiv entwickelt, sind nun auch Stop-an-Go-Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball und auch Schifahren wieder möglich.
Zeitplan nach einer Teilentfernung
Nach einer Teilentfernung des kaputten Meniskus ist die Belastung des Beines sofort wieder möglich, soweit es die Schmerzen des Patienten erlauben. Stützkrücken werden, wenn überhaupt, nur für wenige Tage benötigt.
- Woche 1: Belastung des Gelenks, gehen und spazieren, ist sofort wieder möglich.
- Woche 2–3: Radfahren (Ergometer), leichtes Schwimmen (Kraulen).
- Woche 4–6: Joggen auf ebenem Boden, leichtes Krafttraining.
- Woche 6–8: Sofern das Knie nicht mehr geschwollen ist und Bewegung ohne Schmerzen möglich sind, können auch wieder Stop-and-Go-Sportarten (Fußball, Tennis) ausgeführt werden.
Zeitplan nach einer Refixation
Die Heilung nach einer Meniskusnaht ist am langwierig und Patienten dürfen das operierte Bein bis zu sechs Wochen lang nicht belasten.
- Woche 1–6: Nun ist schonen angesagt. Bewegung mit Krücken und Teilbelastung ist möglich. Eine Schiene, die die Beugung auf 60° oder 90° begrenzt, kann unterstützen, um die Naht zu entlasten.
- Woche 7–12: Der Übergang zur Vollbelastung ist möglich. Erhöhung der Beweglichkeit kann durch Radfahren am Ergometer trainiert werden.
- Monat 3–4: Bei positivem Heilungserfolg kann nun mit leichtem Laufen und Joggen begonnen werden.
- Monat 6–9: Erst nach mindestens 6 Monaten sind Sportarten mit Drehbewegungen (Fußball, Ski, Basketball) wieder sicher.
Spezialfälle: Meniskusriss bei Kindern & im Alter
Im Sportambulatorium Wien achten wir darauf, dass jeder eine individuelle Behandlung bekommt. Das bedeutet, dass sowohl die jüngsten als auch die ältesten die passende Therapie
Meniskusriss bei Kindern & Jugendlichen
Meniskusrisse im Kindesalter sind fast immer die Folge von akuten Sportunfällen oder anatomischen Besonderheiten. Außerdem kann sich eine Meniskusverletzung bei Kindern und Jugendlichen wesentlich von Verletzungen bei Erwachsenen unterscheiden.
- Der Scheibenmeniskus (Discoid Meniscus): Eine Besonderheit bei Kindern ist der angeborene Scheibenmeniskus. Dabei ist der Meniskus nicht halbmondförmig, sondern wie eine volle Scheibe ausgebildet. Diese Form ist instabiler und neigt schon bei geringen Belastungen zu Rissen oder schmerzhaftem „Schnappen“ im Knie.
- Höheres Heilungspotential: Da das Gewebe bei Kindern noch deutlich besser durchblutet ist (die „Rote Zone“ ist breiter als bei Erwachsenen), sind die Chancen auf eine spontane Heilung oder eine erfolgreiche Meniskusnaht höher.
- Erhalt hat oberste Priorität: Da Kinder noch viele Jahrzehnte an Gelenkbelastung vor sich haben, versuchen wir bei Kindern fast immer, den Meniskus zu nähen.
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Hier geht es zur Spezialsprechstunde für Kinder & Jugendliche
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Meniskusriss bei Senioren (Ü60)
Bei Patienten über 60 ist der Meniskusriss häufig eine Folge von Verschleißerscheinungen. Denn im Alter verliert das Knorpelgewebe an Elastizität und wird spröder. Oft reicht schon eine einfache ungünstige Alltagsbewegung wie eine leichte Drehung beim Aussteigen aus dem Auto, um einen bereits vorgeschädigten Meniskus reißen zu lassen.
Auf folgende Punkte achten wir bei Patienten im älteren Semester:
- Zusammenhang mit Arthrose: Oftmals ist bei Problemen mit dem Meniskus im Alter nicht nur das Knorpelgewebe, sondern auch eine beginnender Verschleiß des Gelenks ein Thema. Schmerztherapie und Behandlung werden daher speziell angepasst.
- Konservative Therapie vor OP: Im Alter werden die Vorteile und Risiken einer Operation des Meniskus stärker abgewogen. Denn eine Operation ist besonders bei starkem Verschleiß hier nicht immer die beste Option und Physiotherapie ist meist ein guter Behandlungsweg.
- Alltagsmobilität oberstes Ziel: Oft ist die Zielsetzung einer erfolgreichen Behandlung im Alter nicht zwingend die Rückkehr zum Sport, sondern die Schmerzreduktion und Alltagsmobilität
Fazit: Häufige Verletzung mit guten Heilungschancen
Ein Meniskusriss kann nach einem Sportunfall oder nach jahrelangem Verschleiß auftreten und ist in beiden Fällen eine gut zu behandelnde Verletzung. In den meisten Fällen ist ein arthroskopischer Eingriff nötig, um die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit wiederherzustellen und Schmerzen zu reduzieren. Aber auch die konservative Therapie mit Physiotherapie und Muskelaufbau ist eine Alternative.
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Wissenschaftliche Quellen & Studien
Die Inhalte dieser Seite basieren auf der klinischen Erfahrung von Univ. Prof. Dr. Gäbler sowie aktuellen internationalen Studien der Sporttraumatologie:
- Vergleich: OP vs. Physiotherapie bei jungen Patienten: van der Graaff SJA et al.: Arthroscopic Partial Meniscectomy Versus Physical Therapy for Traumatic Meniscal Tears in a Young Study Population. Erschienen in: British Journal of Sports Medicine. 2022.
- Langzeitfolgen (MRT) nach Operation oder Training: Clausen SH et al.: Two-Year MRI-defined Structural Damage and Patient-Reported Outcomes Following Surgery or Exercise for Meniscal Tears in Young Adults. Erschienen in: British Journal of Sports Medicine. 2023.
- Therapie degenerativer Meniskusrisse: Hohmann E: Treatment of Degenerative Meniscus Tears. Erschienen in: Arthroscopy: The Journal of Arthroscopic & Related Surgery. 2023.
- Strategien zum Meniskuserhalt (Save the Meniscus): Beaufils P, Pujol N: Management of Traumatic Meniscal Tear and Degenerative Meniscal Lesions. Erschienen in: Orthopaedics & Traumatology, Surgery & Research (OTSR). 2017.







