Kreuzbandriss

KREUZBANDRISS – DIAGNOSE, OP-METHODEN & HEILUNGSDAUER

Vielleicht ist es beim Skifahren oder Fußballspielen passiert: Eine falsche Bewegung, das Knie ist verdreht und Sie fürchten einen Kreuzbandriss. Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (VKB) kommen tatsächlich häufig vor und werden oft bagatellisiert, vor allem, wenn keine starken Beschwerden auftreten. 

Tatsächlich ist ein Kreuzbandriss nicht zwangsläufig mit Schmerzen verbunden und bei normalen Bewegungen wie Gehen oder Auftreten kann die Muskulatur das Kniegelenk stabilisieren. Dennoch sollte eine Verletzung keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, denn unbehandelt kann ein Kreuzbandriss zu irreparablen Folgeschäden am Meniskus oder Gelenksknorpel führe. 

In diesem Beitrag erklärt Univ. Prof. Dr. Gäbler vom SPORTambulatorium Wien, wie ein Kreuzbandriss diagnostiziert wird, wann eine Kreuzband-OP erforderlich ist und welche Operationsmethoden es gibt. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie verletzt man sich das Kreuzband?
  2. Kreuzbandriss: Diagnose & Behandlungsmethoden
    1. Wie stellt man einen Kreuzbandriss fest?
    2. Wann muss das Kreuzband operiert werden?
    3. Wie schnell muss ein Kreuzbandriss operiert werden?
    4. Idealer Zeitpunkt für eine Kreuzband-OP: 7 – 10 Tage nach Verletzung
    5. Kreuzbandriss: Rasche Abklärung ist wichtig
    6. Wie funktioniert eine Kreuzband-OP und welche Möglichkeiten gibt es?
      1. Erhalt des vorderen Kreuzbandes
      2. Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
  3. Rehabilitation – Wie lange dauert die Heilung bei einem Kreuzbandriss?
  4. Verletzungen und Therapie des hinteren Kreuzbandes
  5. Kreuzbandriss bei Kindern
  6. Kreuzbandverletzungen bei älteren Menschen
  7. Fazit: Ein Kreuzbandriss erfordert immer eine ärztliche Behandlung!

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Wie verletzt man sich das Kreuzband?

Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (VKB) sind besonders häufig und entstehen im Rahmen von Außenrotationsbewegungen des Beines bei feststehendem Unterschenkel und gleichzeitiger Beugung oder durch Überstreckungsverletzungen. Oft entsteht ein Kreuzbandriss beim Fußball, aber auch beim Skifahren, im Kampfsport oder beim Inline-Skaten.

Kreuzbandriss: Diagnose & Behandlungsmethoden

Wie stellt man einen Kreuzbandriss fest?

Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch durch die Untersuchung, als unterstützende Diagnostik sollte immer die Kernspintomographie (MRI) eingesetzt werden.

Wann muss das Kreuzband operiert werden?

Auch wenn viele Hobbysportler*innen (und Profisportler*innen ohnehin) eine gute Muskulatur haben und das Kniegelenk anfangs sehr gut stabilisieren können, kommt es vor allem bei Sportarten mit raschen Drehbewegungen oder plötzlichem Abstoppen zu erheblicher Belastung. 

Wer so genannte «Stop and Go»-Sportarten wie Fussball, Volleyball, Step-Aerobic oder Tennis ohne stabiles Kreuzband ausübt, muss mit Meniskus- und Knorpelzerstörungen im Kniegelenk rechnen. Auch Wandern, Bergsteigen oder Laufen sollte nur mit einem intakten Kreuzband praktiziert werden. 

Das Hauptproblem bei einem Kreuzbandriss liegt in der Instabilität. Dazu erklärt Univ. Prof. Dr. Gäbler: 
„Patienten*innen haben oft das Gefühl, als würde ihnen das Knie wegrutschen. Durch die Instabilität des Kniegelenkes kommt es zu einer Überlastung der anderen Stabilisatoren, sodass am Knie oft zunehmend weitere Verletzungen sowie Meniskus- und Knorpelschäden auftreten können. Daher rate ich nicht nur Spitzensportler*innen, sondern allen Menschen, die Lauf- und Ballsport, Schifahren oder Wandern lieben, zu einer Operation.“

Wie schnell muss ein Kreuzbandriss operiert werden?

Bei sportlichen Patient*innen sollte die Kreuzbandoperation so rasch als möglich erfolgen, um die Rekonvaleszenzzeit möglichst kurz zu halten. Ein weiterer Vorteil der frühen Operation besteht darin, dass häufige Verletzungen eines Meniskus sofort saniert werden können.

Tatsächlich wird Patient*innen hin und wieder fälschlicherweise mitgeteilt, sie müssten ihren Kreuzbandriss innerhalb von 24 Stunden operieren, da es sonst zu massiven Problemen im Knie kommen könne. 

Das ist jedoch falsch und korreliert nicht mit der derzeitigen Studienlage. Sollten Sie sich zu einer akuten Operation gedrängt fühlen, empfiehlt Univ. Prof. Dr. Gäbler, rasch einen Termin beim Arzt Ihres Vertrauens zu vereinbaren. 

Idealer Zeitpunkt für eine Kreuzband-OP: innerhalb von 7 – 10 Tagen nach Verletzung

Die aktuelle Studienlage zeigt ganz klar, dass eine Kreuzband-Operation in einem Zeitfenster von 7-10 Tagen nach Verletzung möglich ist. Eine unmittelbare operative Versorgung innerhalb von 24 Stunden ist bei einem Kreuzbandriss daher nicht zwingend erforderlich.

Wichtig ist natürlich, dass die klinische Untersuchung und definitive Diagnose mittels MRI so rasch als möglich erfolgen, denn nur mit einer zügigen Abklärung kann man in dem knappen Zeitfenster von 7 – 10 Tagen bleiben, in dem die sofortige Operation möglich ist. 

Das SPORTambulatorium Wien steht Ihnen auch für rasche Terminanfragen zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter  01 4021000.

Kreuzbandriss: Rasche Abklärung ist wichtig

Nach 10 – 14 Tagen (manchmal allerdings auch schon deutlich früher) kommt es zum Auftreten einer entzündlichen Reaktion im Kniegelenk, einhergehend mit einer zunehmenden Schwellung, Entzündung und Bewegungseinschränkung

Während dieser Phase kann die OP nicht durchgeführt werden, da ein hohes Risiko einer postoperativen Bewegungseinschränkung (Arthrofibrose) besteht. 

Sollte Ihr Operateur bei der Arthroskopie sehen, dass Ihr Knie schon – oder noch immer – zu entzündet ist, kann intraoperativ die Entscheidung getroffen werden, die Kreuzbandrekonstruktion zu verschieben. Somit kann eine Wartezeit von 6-8 Wochen auf den nächstmöglichen Operationszeitpunkt entstehen. 

Manchmal wird allerdings auch eine Knieoperation in dem Zeitintervall empfohlen, in dem eine Kreuzband-Ersatzoperation nicht möglich ist, z. B. wenn das Kreuzband direkt am Knochen abgerissen ist und wieder angenäht werden kann, siehe Kreuzbandnaht (= Reinsertion oder Refixation). Wenn zusätzlich zur Kreuzbandverletzung ein Meniskusriss besteht, der genäht werden muss, dann wird in einer ersten Operation der Meniskus genäht, nach Abklingen der Entzündung wird dann das Kreuzband rekonstruiert.

Die Möglichkeiten einer Operation müssen immer in einem ausführlichen Gespräch evaluiert werden und richtet sich nach den sportlichen Bedürfnissen, der körperlichen Belastung im Beruf und dem Alter der Patient*innen

Wie funktioniert eine Kreuzband-OP und welche Möglichkeiten gibt es? 

Erhalt des vorderen Kreuzbandes 

Natürlich ist das Team rund um Univ. Prof. Dr. Gäbler immer darum bemüht, das vordere Kreuzband zu erhalten, allerdings gelingt das nur in 10 – 20 % der Fälle. Der Kreuzbandriss muss dafür ganz oben in seiner Verankerung lokalisiert sein und die Durchblutung des Kreuzbandes darf nicht unterbrochen sein (dies kommt häufiger bei Kindern und Jugendlichen vor). In diesem Fall kann das vordere Kreuzband (VKB) wieder an seiner ursprünglichen Verankerung mit einer Art Dübelbolzen angeheftet werden (= Reinsertion) und kann dort einheilen, siehe auch Kreuzbandnaht (=Reinsertion oder Refixation).

Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes

In den meisten Fällen ist das Kreuzband aber irreversibel geschädigt und muss im Rahmen einer OP durch eine körpereigene Sehne ersetzt werden.

Als Ersatzsehne werden entweder zwei Kniebeugersehnen (STG) verwendet, das mittlere Drittel der Kniescheibensehne (BTB), oder die Quadrizepssehne.

Die Wahl der Kreuzbandersatzsehne hängt von mehreren Faktoren ab und wird mit den Patient*innen im Vorfeld ausführlich besprochen.
Für detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Methoden sowie deren Vor- und Nachteile empfehlen wir Ihnen folgenden Beitrag: Kreuzband-OP – Indikation, Methoden und Erfolgsaussichten

Rehabilitation – Wie lange dauert die Heilung bei einem Kreuzbandriss?

Die gute Nachricht: Bei über 90 % der Patient*innen kann mit der Kreuzbandersatzoperation wieder volle Funktion, Beweglichkeit und Kraft erreicht werden. 

Allerdings befinden sich im Kreuzband Rezeptoren, die dem Gehirn ständig Informationen über die Lage des Körpers im Raume senden (= Propriozeption), und damit auch unterschiedliche Muskelgruppen aktivieren. Der Wegfall dieser Rezeptoren alleine verursacht eine gewisse Verschlechterung der Feinmotorik und -koordination und vermittelt den Patient*innen oft für Monate ein ungewohntes Gefühl. 

Ein Patient von Univ. Prof. Dr. Gäbler drückte das folgendermaßen aus: „Es ist, als würde das Knie noch gar nicht zu mir gehören, es fühlt sich plötzlich ganz anders an.“

Gut zu wissen: 50 % des Operationsserfolges werden durch die anschließende Rehabilitation und Physiotherapie erzielt. Nur mit dieser entsprechenden postoperativen Therapie werden volle Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination wieder erlangt.


Je nachdem, wie konsequent Patient*innen das Koordinationstraining (z.B. am MFT Brett) betreiben, verschwindet das ungewohnte Gefühl am Knie durch die Neubildung von Rezeptoren  zumeist innerhalb von 6 – 24 Monaten.

Verletzungen und Therapie des hinteren Kreuzbandes

Verletzungen des hinteren Kreuzbandes treten vor allem im Rahmen großer Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel bei Autounfällen oder Ballsport (American Football, Handball, etc) auf.

Diese Verletzungen sind wesentlich seltener als Risse des vorderen Kreuzbandes und können sowohl operativ, in vielen Fällen aber auch ohne Operation zur Ausheilung gebracht werden. Die Operation ist abhängig vom Grad der Instabilität, den Beschwerden und vor allem den sportlichen Anforderungen der Patient*innen. 

Bei frischen Verletzungen ist die Verwendung des Kunstoffbandes (LARS) extrem erfolgsversprechend und schonend für die betroffenen Sportler*innen. Bei chronischen Fällen verwendet Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler eine Quadrizepssehne in Inlay-Technik oder ein STG Transplantat

Kreuzbandriss bei Kindern 

Kreuzbandverletzungen bei Kindern sind deutlich seltener als bei Erwachsenen und werden daher leider immer wieder übersehen. Wichtig ist die Abklärung bei anhaltenden Beschwerden durch eine/n Spezialist*in und auf alle Fälle ein MRI

Sofern das Knie des Kindes nicht zu instabil ist, wird es anfangs mit einer Schiene ruhig gestellt, damit das vordere Kreuzband die Möglichkeit hat, zu heilen (dies gelingt auch in ca. 50 % der Fälle). 6 bis 8 Wochen nach Verletzung erfolgt die neuerliche klinische Untersuchung und eine weitere nach ca. 3 Monaten. 

Ist das Kniegelenk instabil geblieben, wird Eltern und Kind die frühzeitige Operation empfohlen, da aufgrund des hohen Aktivitätspotentials von Kindern sehr häufig Zusatzverletzungen der Menisken und des Knorpels auftreten – und der Weg zur raschen und frühzeitigen Zerstörung des Kniegelenkes vorgezeichnet ist.

Wenn das Knie deutlich instabil ist, empfiehlt Univ. Prof. Dr. Gäbler die sofortige Operation, da bei Kindern  die Kreuzbandnaht bzw. Reinsertion oft möglich ist – je früher operiert wird, desto höher ist die Chance, das dies funktioniert. Alternativ muss eine Kreuzband-Ersatzplastik (all-inside) durchgeführt werden.

Kreuzbandverletzungen bei älteren Menschen 

Kreuzbandverletzungen bei älteren Menschen sind aufgrund des meist geringeren Aktivitätsgrades häufig nicht zu operieren. Die primäre Therapie ist Ruhigstellung und Muskelaufbau (physikalische Therapie). In der Praxis erweisen sich oft veraltete und nicht-behandelte Kreuzbandverletzungen mit Folgeschäden (Arthrose) als problematisch. 

Für sportlich-aktive Senior*innen, die mit einem stabilen Kniegelenk in den Bergen unterwegs sein oder am Tennisplatz sporteln wollen, empfiehlt sich eine Operation. Die Methode ist im Einzelfall zu diskutieren (STG oder Kunststoffband).

Fazit: Ein Kreuzbandriss erfordert immer eine ärztliche Behandlung!

Ein Kreuzbandriss sollte keinesfalls verharmlost werden, da er unbehandelt zu irreparablen Folgeschäden am Meniskus oder Gelenksknorpel führen kann. Bei Unfällen oder Verletzungen am Knie – mit oder ohne Schmerzen – ist daher in jedem Fall ein Termin bei einem*r Spezialist*in erforderlich. 

Die Kniespezialist*innen des SPORTambulatorium Wien, unter der Leitung des erfahrenen Kniechirurgen Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler, betreuen Sie kompetent bei Bandverletzungen im Knie mit modernsten arthroskopischen OP-Methoden, aber natürlich auch nicht-operativ (=konservativ), sofern dies möglich ist.

Weiterführende Informationen zum Thema Kreuzbandriss: 

Weitere Fragen?

Die ExpertInnen des Sportambulatorium Wien sind gerne für Sie da

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Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler zeitlich imstande ist, die Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.

Unsere Bewertungen

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Kreuzband reinseriert

Ich kam zu Dr. Gäbler nach einem Telemarkunfall im Februar um mein Kreuzband zu behandeln. Da es meine erste Operation war, stieg die Nervosität doch beträchtlich. Dr. Gäbler nahm mir diese jedoch durch seine entspannte, freundliche und kompetente Art rasch. Die OP verlief ausgezeichnet. Beugung des Knies mittlerweile vollständig möglich, keine Schmerzen und Belastbarkeit ist gegeben. Ich darf mich auch auf diesem Wege für die ausgezeichnete Behandlung bedanken.

Von einem DocFinder Nutzer

Aug 11, 2020

SEHR Kompetent! Es macht Sinn, nur die Besten zu wählen!

Nach einem Skiunfall erlitt ich einen Meniskus-Einriss und Kreuzbandriss.
Die OP – durchgeführt von Dr. Gäbler – war sehr erfolgreich, komplikatonsfrei und der Heilungsverlauf war für mich überraschend schnell und ebenfalls sehr gut. Bereits nach 7 Monaten habe ich wieder volle Sportfreigabe.
Man fühlt sich bei Dr. Gäbler einfach von Beginn an sehr gut aufgehoben & kompetent beraten. Das gesamte Team ist einfach fabelhaft. Es macht schon Sinn, sich die Besten zu wählen.
Der Erfolg macht es sichtbar !

Von einem DocFinder Nutzer

Aug 11, 2020

Beeindruckende Professionalität

Nachdem wir das Problem unseres Sohnes zunächst unterschätzt hatten, war am Tag 11 nach der Verletzung mit der Diagnose Meniskuseinriss und Kreuzbandriss plötzlich „Feuer am Dach“.
Ab dem Erstkontakt mit der Sportordination ging es dann sehr schnell: Anruf um 8:00, Termin mit exakter Diagnose und Beratung um 16:30, Operation am nächsten Tag 13:00, Entlassung aus dem Krankenhaus am Tag darauf. Dr. Gäbler konnte das (eigene) Kreuzband „refixieren“ – sofortiger Start mit Physiotherapie – sofort „mobil“ – schmerzfrei nach drei Tagen – zwei Wochen nach der Op. kann unser Sohn sich problemlos ohne Krücken (nur mit Orthese) im Alltag bewegen.
Das gesamte Team der Sportordination vermittelt beeindruckende Professionalität verpackt in sehr freundliche und wertschätzende Patientenkommunikation.

Von einem DocFinder Nutzer

Aug 11, 2020