Impingement

Betrachtet man den knöchernen Kanal (=Subacromialraum), durch den die Rotatorenmanschette verläuft, kann man sich gut vorstellen, daß bei Belastung eine Schädigung der Sehne nicht ausbleibt. So wie eine Schnur beim Bergsteigen ausfasert, wenn sie stets über eine scharfe Kante gezogen wird, können auch die Sehnen im Rahmen der Bewegungen kleine Verletzungen erleiden.  Meistens ist dies der Fall wenn das Schulterdach genetisch bedingt steiler nach unten gerichtet ist, oder wenn der Subacromialraum  durch degenerative Veränderungen des Schulterdaches eingeengt wird. 

Der Körper versucht diese geschädigten Fasern zu heilen (s. auch Heilungsphasen), was typischerweise im ersten Stadium, der Entzündungsphase, mit einer Schwellung und Schmerz einhergeht. Durch die Schwellung wiederum wird der sowieso enge knöcherne Kanal noch enger für die Muskulatur. Die Folge davon ist eine Art Einklemmung der Muskulatur (=Impingement) mit Schmerzen beim Ein- und Auswärtsdrehen des Armes, beim Heben des Armes und vor allem beim nächtlichen Liegen auf der betroffenen Schulter. Siehe auch PDF-Download

Dies wird als Impingement-Syndrom bezeichnet. Oft kommt es im Rahmen dieser Beschwerden zum Auftreten einer schmerzhaften Entzündung des Schleimbeutels in der Schulter. In den meisten Fällen können diese Beschwerden mittels entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie zum Abklingen gebracht werden. In chronischen Fällen verkalkt dieser Schleimbeutel (Bursitis calcarea). Dies kann zu anhaltenden Schmerzen führen – hier ist in den meisten Fällen die Therapie mittels Stosswelle (ESWT) in Kombination mit Physiotherapie erfolgreich. In therapieresistenten Fällen hilft oft die zusätzliche Infiltration mit einem Schmerzmittel und etwas Cortison (das sollte aber nicht öfter als 2-3x durchgeführt werden). Sind alle diese Therapiemaßnahmen nicht erfolgreich (bzw. ist das Schulterdach massiv eingeengt) empfehle ich die Operation (Arthroskopie, Abfräsen des Schulterdachs zur Platzgewinnung und und Ausräumen des Kalkdepots).

Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als ich zeitlich imstande bin, meine Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.