Knorpelschäden und Kniearthrose – Schmerzlinderung & Therapie

Knorpelschäden und Kniearthrose –  Schmerzlinderung & Therapie

Schmerzen beim Treppab- und Bergabgehen, nach Belastung oder sogenannte Anlaufschmerzen beim Aufstehen nach längerem Sitzen: Knieschmerzen sind typische Symptome für Knorpelschäden oder eine Arthrose im Knie. 

In diesem Beitrag gibt Univ. Prof. Dr. Gäbler vom SPORTambulatorium Wien einen Überblick über die verschiedenen Arthrose Therapien und erklärt, warum bei Gelenkverschleiß eine frühzeitige Behandlung so wichtig ist. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Kniearthrose?
  2. Kniearthrose – Diagnose & Therapie
  3. Arten von Knorpelschäden & Therapieformen
    1. Chondropathia patellae (Knorpelerkrankung der Kniescheibe)
    2. Gelenksflächen der Oberschenkelrollen
  4. Medikamentöse Therapie bei Gelenksschmerzen und Knorpelschäden im Knie
  5. Weitere Nahrungsergänzungsmittel in der Arthrosetherapie
  6. Fazit Kniearthrose – Schmerzen mindern mit frühzeitiger Behandlung 

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Was ist eine Kniearthrose?

Als Kniearthrose wird eine schmerzhafte Erkrankung des Kniegelenks bezeichnet. Sie entsteht, wenn der Gelenkknorpel irreparabel geschädigt wird. 

Knorpelschäden können akut oder chronisch auftreten und sind eine häufige Ursache für anhaltende Schmerzen, anfänglich vor allem bei Belastungen. Oft beginnen Knorpelschäden mit einer Knorpelerweichung (Chondromalacie). Mit der Zeit treten diese Schmerzen auch bei längerem Sitzen auf. Bei einem generalisierten Knorpelschaden bzw. Knorpelabnutzung spricht man von Arthrose. Bei fehlender Behandlung wird der Knorpel brüchig, fasert auf und bricht ab. Sobald der Knorpel abgebrochen ist und die Knochenoberfläche freiliegt, treten meist starke Schmerzen bei Belastung auf.

Kniearthrose – Diagnose & Therapie

Knorpelschäden können entweder an der Kniescheibe oder an den Gelenksflächen (Oberschenkelrolle, Schienbeinkopf) auftreten. Abhängig von Ursache und Ausmaß des Knorpelschadens wird zwischen 2 Therapieansätzen unterschieden: 

1) Beseitigung der Ursache

  • Einlagenversorgung 
  • physikalische Therapie
  • Umstellungsoperation 

2) Therapie direkt am Kniegelenk

  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Infiltrationstherapie mit Eigenblut (ACP) oder Hyalyronsäure
  • Stammzellentherapie
  • Microfractures

ARTEN VON KNORPELSCHÄDEN & THERAPIEFORMEN

1) Chondropathia patellae (Knorpelerkrankung der Kniescheibe)

Wenn Sie häufig Schmerzen beim Stiegen- oder Bergabwärtsgehen verspüren, kann eine Knorpelerkrankung (Chondropathie) an der Rückfläche der Kniescheibe (lat. Patella) dahinterstecken. In einem fortgeschrittenen Stadium ist oft auch normale Belastung bereits mit Schmerzen verbunden.

Chondropathia patellae – Therapie

Um einen Knorpelschaden am Knie erfolgreich zu behandeln, muss im erste Schritt die Ursache abgeklärt werden. So können Fehlstellungen sehr häufig rasch fortschreitende Knorpelschäden verursachen. Einlagen, physikalische Therapie, eine Umstellungsoperation etc. können die Ursachen beseitigen. 

Alternativ kann die Therapie direkt am Kniegelenk erfolgen. Dazu ist jedoch in der Regel eine arthroskopische Beurteilung der Knorpelsituation erforderlich.

  • Knorpelaufbaukur
  • Microfractures
  • Pridie-Bohrungen
  • Mosaikplastik
  • Knorpeltransplantat
  • MPFL Rekonstruktion

Das Bild zeigt einen ausgeprägte Knorpelschaden an der Rückseite der Kniescheibe. Mit Bohrungen durch die Kniescheibe hindurch (sogenannte Pridie-Bohrungen), versucht man den sklerosierten Knochen zu durchbrechen und das Einsprossen von Blutgefässen zu erzielen. Durch das Einwandern von mesenchymalen Stammzellen kommt es zur Bildung von Ersatzknorpeln.

2) Gelenksflächen der Oberschenkelrollen

Voraussetzung für eine reibungslose und schmerzfreie Bewegung im Kniegelenk ist ein intakter Gelenkknorpelüberzug auf Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf. Hier finden sich die Knorpelschäden vor allem an der Innenseite des Gelenkes. Je nach Größe des Schadens kommen unterschiedliche Therapiemethoden zur Anwendung:

MICROFRACTURES

Dabei wird der Knochen mit einer Art Ahle angebohrt. Die Idee ist dieselbe wie bei den Pridiebohrungen: Man versucht den sklerosierten Knochen zu durchbrechen und das Einsprossen von Blutgefässen zu erzielen. Durch das Einwandern von mesenchymalen Stammzellen kommt es zur Bildung von Ersatzknorpel. Die Erfolgsquote bei den Microfractures ist sehr gut und wird in der Literatur mit bis zu 80 % angegeben.

Der Vorteil gegenüber den Pridiebohrungen liegt darin, dass im Gegensatz zu den Pridiebohrungen (bei denen durch die rasche Drehzahl des Bohrers doch recht beachtliche Hitze entstehen kann, wodurch es zu Verbrennungen des Knochens und der Gefäße kommt) bei den Microfractures der Knochen mit einer Art Ahle eröffnet wird. Dabei entstehen keine Hitzschäden.

Univ. Prof. Dr. Gäbler  Ergebnisse mit den Microfractures sind ausgesprochen gut. Meist ist schon nach wenigen Monaten der Knorpelschaden nicht mehr erkennbar. Bei kleineren Knorpeldefekten gibt Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler daher dieser Methode den Vorzug gegenüber einer Knorpelzelltransplantation (die wesentlich aufwändiger ist).


Mehr zum Thema Knieverletzungen im Sport erfahren Sie in diesem Kurier-Interview mit Univ. Prof. Dr. Gäbler. 

Auf diesem intraoperativen Bild einer Arthroskopie erkennt man sehr schön die Löcher, die bei den Microfractures hinterlassen werden.

MOSAIKPLASTIK

Kleinere Knorpeldefekte in den Belastungszonen des Kniegelenkes können mit einer Mosaikplastik gedeckt werden. Dabei wird Knorpel von Stellen des Kniegelenkes entnommen an denen er nicht gebraucht wird (außerhalb der Belastungszonen). Allerdings entstehen bei dieser Methode kleine Löcher (Hebedefekte), die unter Umständen Schmerzen machen können. Die entnommenen Knorpelzylinder werden dann in den Knorpeldefekt eingesetzt und können dort einheilen.

Wofür eignet sich eine Mosaikplastik?

Die Mosaikplastik ist eine sehr gute Methode beim Morbus Ahlbäck (=aseptische Knochennekrose) und Knorpel-Knochendefekten, häufig auch indiziert bei OCD (Osteochondrosisdissecans) am Sprunggelenk.

KNORPELTRANSPLANTAT

Größere Defekte werden mit Knorpeltransplantaten gedeckt. Dazu muss Knorpel in einer ersten Operation entnommen werden. Dieser Knorpel wird dann außerhalb des Körpers kultiviert und vermehrt. Ungefähr 6 Wochen nach der ersten Operation kann dann der neu gezüchtete Knorpel als Transplantat eingesetzt werden. Die Indikation für ein Knorpeltransplantat ist sehr eingeschränkt, da es keinen begleitenden Meniskusschaden oder gegenüberliegenden Knorpeldefekt geben darf.

KNORPELGLÄTTUNG

In seiner Praxis bekommt Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler  immer wieder Patient*innen zu sehen, die eine Arthroskopie hatten, bei der auch eine Knorpelglättung durchgeführt wurde. Nahezu allen betroffenen Patient*innen ging es nach einer Knorpelglättung schlechter als zuvor. 

Wissenschaftliche Studien haben inzwischen eindeutig gezeigt, dass die Knorpelglättung (vor allem bei älteren Patient*innen) nicht nur zu keiner Besserung, sondern meist sogar zu einer Verschlechterung der Beschwerden führt.

Wie Univ. Prof. Dr. Gäbler  ausführt, liegt das Problem darin, dass bei einer Knorpelglättung auch guter Knorpel weggeschliffen wird, da während der Arthroskopie makroskopisch keine Unterschiede zwischen dem Knorpel gemacht werden kann. 

Die Knorpelglättung wird zwar in den Leitlinien mancher österreichischer und deutscher Gesellschaften nach wie vor vertreten, Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler hält diese Methode jedoch für eine Fehlbehandlung und rät seinen Patient*innen von diesem Eingriff dezidiert ab. 

Ausnahme: Klar davon ausgenommen sind jene Fälle, in denen Knorpelschuppen abgetragen werden müssen, die sich diese sonst in absehbarer Zeit lösen und zu frei herumschwimmenden Gelenkskörpern (Gelenksmaus) führen würden.

EIGENBLUT-INFILTRATIONEN (ACP)

ACP (autologes conditioniertes Plasma) ist ein Eigenblutprodukt. Dem / der Patient*in wird dazu Blut aus einer Armvene abgenommen und auf eine spezielle Weise zentrifugiert. Dadurch werden Thrombozyten (Blutplättchen) aktiviert, die wiederum proliferative Substanzen freisetzen (wie Platelet Derived Growth Factor ,PDGF) und morphogene Proteine (Transforming Growth factor, TGF), welche für Muskel-, Sehnen-, Knorpel- und Knochenheilung wichtig sind.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Eigenbluttherapie (ACP) im SPORTambulatorium Wien. 

STAMMZELLENTHERAPIE

Durch die völlig neuen Möglichkeiten der mesenchymalen Stammzellen (die aus Fettzellen gewonnen werden) haben sich minimal-invasive Behandlungsalternativen zu den bereits bekannten Infiltrationstherapien und operativen Eingriffen entwickelt.


Neueste Studien haben gezeigt, dass die Stammzellentherapie zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation und Lebensqualität sowie einer Zunahme der Knorpeldicke führen kann (s. Unten).


Gelenksprothesen, vor allem am Kniegelenk, können durch die Stammzellentherapie oft signifikant hinausgezögert und in manchen Fällen sogar vermieden werden.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Stammzellentherapie im SPORTambulatorium Wien.

CINGAL GEL SPRITZE – HOCHVERNETZTE HYALURONSÄURE

Die Cingal Gel Spritze enthält hochvernetzte, stabile Hyaluronsäure. Zur Hyaluronsäure gibt es inzwischen sehr viele Studien. Hyaluronan, das Natriumsalz der Hyaluronsäure, ist ein zuckerartiges Molekül, auch Polysaccharid genannt. Hyaluronan ist in seinem molekularen Aufbau eine lange Kette aus vielen gleichen Gliedern und ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Es wird von den Zellen der Gelenkschleimhaut gebildet, in die Gelenkhöhle abgegeben und ist dort mitverantwortlich für die Schmierung des Knorpelbelages. Die Länge der Hyaluronan-Ketten beeinflusst die Schmiereigenschaften (Viskoelastizität) des entsprechenden Präparates.

NEBENWIRKUNGEN DER CINGAL GEL SPRITZE

Lokal kann es an dem behandelten Gelenk zu Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Hitzegefühl, Rötungen und Schwellungen kommen. Dies tritt bei der hochvernetzten Hyaluronsäure sehr häufig auf – diese Reaktionen sind zwar unangenehm, das Knie beruhigt sich aber üblicherweise nach wenigen Tagen wieder. In seltenen Fällen wurden Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet.

WIRKUNGSMECHANISMUS HYALURONSÄURE

Ein genauer Wirkungsmechanismus lässt sich für die Hyaluronsäure nicht beschreiben. Es wurde allerdings festgestellt, dass in arthrotischen Gelenken die Hyaluronsäurekonzentration deutlich geringer ist als in gesunden Gelenken. Die Injektion von Hyaluronsäure in das betroffene Kniegelenk soll nun die Gelenksschmierung verbessern. Hyaluronan hat zudem eine entzündungshemmende Wirkung

Große Studien haben gezeigt, dass Infiltrationen mit hochvernetzter Hyaluronsäure besser wirken, als mit einfacher Hyaluronsäure (diese Spritzen haben auch den Nachteil, dass man 3 – 5 Mal hintereinander, meist in Wochenabstand, eine Spritze in das Knie verabreichen muss – während bei hochvernetzter Hyaluronsäure meist eine Spritze für viele Monate ausreicht).

Durch diese Gelimplantation mit der hochvernetzten Hyaluronsäure wird der Erhalt der natürlichen Gelenkfunktion verbessert. Dies geschieht durch die Wiederherstellung der mechanischen Funktion der Gelenkflüssigkeit (Viskoelastizität). Außerdem werden Knorpel zerstörende Enzyme durch Cingal abgepuffert und somit die weitere Knorpelzerstörung verzögert. Durch die hohe Produktstabilität von Cingal Gel reicht eine Behandlung oft für einen Effekt von 6 –  9 Monaten aus.

Kosten pro Infiltration: € 350,-

MEDIKAMENTÖSE THERAPIE BEI GELENKSSCHMERZEN UND KNORPELSCHÄDEN IM KNIE 

Bitte beachten Sie, dass die hier angeführten Nahrungsmittelergänzungen und Medikamente Ihnen helfen können – aber nicht müssen. Hier gilt: Ausprobieren und testen – schädlich sind die Substanzen nach derzeitigem Wissensstand sicher nicht.

Orthomol Arthro Plus

Univ. Prof. Dr. Gäbler empfiehlt derzeit als Knorpelaufbaukur eine 6-monatige Therapie mit Orthomol Arthro Plus. In diesem Kombinationspräparat ist alles enthalten, was früher nur einzeln oder in Kombination erhältlich war: 

  • Chondroitin
  • Glucosamin
  • Kollagen II
  • Hyaluronsäure
  • Vitamine und Spurenelemente aus der orthomolekularen Medizin

Die Therapie mit Orthomol Arthro hat sich vor allem bei Marathonläufer*innen bewährt, die oft über Knorpelschmerzen infolge der hohen Belastung klagen – aber auch bei den Patient*innen, die aufgrund von Knorpelschäden operiert werden mussten. 

Da bei einer Behandlung mit diesem Präparat keine Spritzen erforderlich sind, ist Orthomol aktuell das Mittel der ersten Wahl. 

Infiltrationen mit Eigenblut oder Cingal erfolgen meist nur dann, wenn die Therapie mit Orthomol nicht zum gewünschten Erfolg führt oder die Knorpelschäden bereits zu massiv sind. 

Weitere Nahrungsergänzungsmittel in der Arthrosetherapie

CONDROSULF (Chondroitinsulfat)

Der Knorpel als schützende Gleitfläche zwischen den Knochen enthält viele verschiedene Substanzen. Er besteht aus Zellen und einer Grundsubstanz, die von den Knorpelzellen produziert wird. Chondroitinsulfat ist einer der Hauptbestandteile der Knorpelgrundsubstanz. Dieser Stoff hemmt die Tätigkeit der knorpelabbauenden Eiweisse (Enzyme). 

Die Einnahme von Chondroitinsulfat soll die Neusynthese von Knorpelgrundsubstanz fördern und den Knorpel widerstandsfähiger machen. Chondroitinsulfat ist ein Naturprodukt und wird wie die Hyaluronsäure aus dem Tierreich gewonnen, entweder von Fischen (Präparat Condrosulf®) oder von Hühnern (Präparat Structum®)

Beide Medikamente werden in der Regel als Kur über einen Zeitraum von 3 Monaten eingenommen, ein- bis zweimal pro Jahr. Damit eine Behandlung mit Chondroitinsulfat sinnvoll ist, muss reaktionsfähiger Knorpel vorhanden sein. Aus diesem Grunde werden diese Präparate sinnvollerweise vor allem im frühen Stadium einer Arthrose eingesetzt, oft auch bei wachstumsbedingten Knieschmerzen bei Jugendlichen

Da die Wirkung von Chondroitin alleine meist sehr gering ist, sollte man ein Kombinationspräparat verwenden, welches auch Glukosamin und Kollagen II enthält.

KOLLAGEN-HYDROLYSAT

Ein funktionierender Knorpel braucht sowohl ein enges Netz von kollagenen Fasern zur inneren Festigung und zum Nährstofftransport als auch eine dichte Grundsubstanz, die vor allem aus Glucosaminen aufgebaut ist. Ein erhöhter Kollagenbedarf besteht bei Sportler*innen, in Berufen mit starker Gelenkbelastung sowie in Rehabilitation und Wachstum

Eine Nahrungsergänzung mit Kollagen soll dem Körper die Aminosäuren geben, die für den Kollagenaufbau gebraucht werden. Durch radioaktiv markiertes Kollagen-Hydrolysat konnte man im Tierversuch den Beweis erbringen, dass Kollagen-Bruchstücke tatsächlich im Knorpel eingebaut wurden.

Weitere Studien zeigten, dass Patient*innen mit leichter Arthrose, die mit Kollagen-Hydrolysat behandelt wurden, nach etwa 4 bis 6 Wochen von einer besseren Beweglichkeit ihrer Gelenke und von einer Schmerzlinderung berichtet haben. Wissenschaftlich ist die Wirkung allerdings nicht mit prospektiven Doppelblindstudien abgesichert.

Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen-Hydrolysat sind sowohl als Trinkampullen als auch als Pulver in Drogerien und Apotheken erhältlich.

GLUCOSAMIN-SULFAT

Glucosamin ist ein wesentlicher Baustein der Proteoglycane (Glukosaminoglykane), jener Proteine, die Wasser im Knorpelgewebe binden, damit dieses seine dämpfende Wirkung behält. Als wichtiger Baustein der Gelenkschmiere sollen sie für deren Zähflüssigkeit verantwortlich sein.

Glukosaminoglykane erhalten die Gleitfähigkeit der Gelenke, unterstützen die Nährstoffversorgung der Gewebe in den Gelenken und haben damit eine wesentliche Funktion bei der Erhaltung und Regeneration des Knorpelgewebes. Außerdem unterstützen Glukosaminoglykane Aufbau und Struktur des Bindegewebes.

Glucosamin wird in der Form von Glucosaminsulfat eingenommen. Inzwischen gibt es bereits eine Menge Kombinationspräparate am Markt, die Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat enthalten – sodass man nur eine Tablette einnehmen muss. Als Alternative zu Tabletten kann Glucosamin auch in Form des Grünlippmuschel-Extraktes eingenommen werden (junge Hunde bekommen zum Knorpelaufbau sehr oft Grünlippmuschelextrakt, dieses wird aber auch von Läufer*innen hoch geschätzt).

GRÜNLIPPMUSCHEL-EXTRAKT

Wirkweise des Grünlippmuschel-Extraktes: Neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen enthält das Fleisch der Grünlippmuscheln viele Aminosäuren und einen hohen Anteil an Zucker ähnlichen Stoffen, den Glukosaminoglykanen (Wirkung s. oben). Zusätzlich zu Erhalt und Aufbau der Gelenkschmiere und des Bindegewebes gibt es einen weiteren Aspekt bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen: die entzündungshemmende Wirkung des Grünlippmuschel-Extraktes. Diese wird den in der Muschel enthaltenen Omega-3-Fettsäuren zugeschrieben. Sie hemmen die Synthese von Prostaglandinen aus Arachidonsäure und können so entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Viele Läufer*innen schwören auf Grünlippmuschel-Extrakt bei unspezifischen Gelenksschmerzen und diffusen Knorpelschäden. Wissenschaftlich ist die Wirkung allerdings nicht mit prospektiven Doppelblindstudien abgesichert.

ACKERSCHACHTELHALM-KONZENTRAT

Das in diesem Präparat reichlich enthaltene Silizium soll sowohl die körpereigene Kollagenbildung als auch die körpereigene Bildung der Grundsubstanz (Förderung der Glucosaminbildung) unterstützen. Besonders erfolgreich soll die Kombination von Ackerschachtelhalm-Konzentrat mit Kollagen-Hydrolysat sein. Auch hier gilt, dass die Wirkung nicht mit prospektiven Doppelblindstudien abgesichert ist.

FAZIT KNIEARTHROSE – SCHMERZEN MINDERN MIT FRÜHZEITIGER BEHANDLUNG 

Da die Regeneration eines bereits geschädigten Kniegelenkknorpels nicht möglich ist, kann eine Behandlung von Arthrose immer nur symptomatisch erfolgen. Gelenkerhaltenden Arthrose-Therapien wie die Stammzellentherapie, Eigenblut-Infiltrationen oder die medikamentöse Therapie mittels Nahrungsergänzungsmitteln können die Kniefunktion erhalten oder verbessern sowie die Schmerzen am Knie minimieren

Sollte Ihre Kniearthrose eine operative Behandlung des Kniegelenks erfordern, so wird Ihr Arzt / Ihre Ärztin in einem gemeinsamen Gespräch die für Sie passende Methode (Knorpelaufbaukur, Microfractures, Pridie-Bohrungen, Mosaikplastik, Knorpeltransplantat, MPFL Rekonstruktion) empfehlen. 

Die Kniespezialist*innen des SPORTambulatorium Wien, unter der Leitung des erfahrenen Kniechirurgen Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler, freuen sich auf Ihre Terminvereinbarung online oder telefonisch unter 01 4021000.

Weiterführende Informationen zum Thema Kniearthrose

>> Interview Univ. Prof. Dr. Gäbler zum Thema Arthrose | vielgesundheit.at

>> Univ. Prof. Dr. Gäbler  zum Thema Knieverletzungen im Sport | Kurier Artikel 08/2010

Weitere Fragen?

Die ExpertInnen des Sportambulatorium Wien sind gerne für Sie da

Einfach anrufen!

Bitte beachten Sie, dass sich medizinische Indikationen und Therapien ständig ändern. Teilweise erfolgen diese Veränderungen rascher, als Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler zeitlich imstande ist, die Homepage zu aktualisieren. Manche Informationen zu Dosierung, Verabreichung und Zusammensetzungen von Medikamenten können sich inzwischen geändert haben. Das Lesen einer Internetseite kann den Besuch beim Arzt nicht ersetzen - es kann sein, dass Ihnen bei einer Untersuchung und anschliessenden Besprechung durch Ihren Arzt auch andere Informationen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitgeteilt werden.