Achillessehnenentzündung (Achillodynie): Symptome, Ursachen & Behandlung

Ursachen und Symptome der Achillessehnenentzündung
Überlastungen der Achillessehne im Laufsport und daraus resultierende Entzündungen (Achillodynie) sind leider häufig – und oft auch sehr langwierig, wenn sie chronisch werden.
Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellung und Überwärmung der Achillessehne. Der Läufer spürt typischerweise ein unangenehmes Ziehen im Sehnenbereich. Dort kommt es auch zu einer starken Druckempfindlichkeit und einer Schwellung. Besonders morgens und während der ersten Laufminuten sind die Schmerzen stark.
Im chronischen Stadium ist die Sehne verdickt und verursacht Dauerschmerzen.
Ursache für Entzündungen der Achillessehne können Überbelastungen und Trainingsfehler wie inkonsequentes Dehnen und Aufwärmen sein, aber auch Beinachsenprobleme und unpassende Laufschuhe. Meistens ist es eine Kombination dieser Faktoren.
Neben konsequenter Physiotherapie müssen natürlich die auslösenden Faktoren behoben werden z.B. die Anpassung der Laufschuhe mittels Laufbandanalyse.
Im Akutstadium ist ein Ausweichen auf anderen Ausdauersportarten, Kryotherapie und die Anwendung von Topfenumschläge und Sportsalben angeraten.
Ist die Entzündung bereits chronisch besteht die Behandlung aus täglichen exzentrischen Muskelübungen, podologischen Einlagen und Physiotherapie – in Kombination mit Stoßwellentherapie oder Repuls-Therapie.
In besonders therapieresistenten Fällen kann auch eine Behandlung mit Eigenblut (ACP) oder Cortison überlegt werden, im äußersten Fall ist auch eine operative Behandlung möglich.
Anatomie und Funktion der Achillessehne
Die Achillessehne, die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers, galt schon in der griechischen Mythologie als die Schwachstelle des sonst unbesiegbaren Achilleus (Achilles-Ferse). Auch ambitionierte Läufer wissen davon ein Lied zu singen.

Die Funktion der Achillessehne besteht in der Beugung des Sprunggelenkes, das bedeutet: der Vorfuß wird kraftvoll nach unten gezogen. Diese Bewegung ist wesentlich für den Abstoß des Fußes beim Gehen und Laufen.
Überlastungen der Achillessehne im Laufsport und daraus resultierende Entzündungen (Achillodynie) sind leider häufig – und oft auch sehr langwierig. Betroffen ist entweder die Achillessehne direkt am Ansatz am Fersenbein – oder die Sehne und das umgebende Gleitgewebe mehrere Zentimeter oberhalb des Ansatzes. Bei der chronischen Achillodynie kommt es zu einer spindelförmigen Verdickung der Achillessehne, verbunden mit anhaltenden Schmerzen, die manchmal stärker, manchmal schwächer sind.
Krankheitsbilder: Akute und chronische Achillodynie
Was tun bei einer akuten Achillessehnenentzündung? (Therapietipps)
Unsere Therapie-Tipps bei einer Achillodynie:
- Trainingsstopp (evt. Umsteigen auf eine andere Ausdauersportart wie Radfahren, Schwimmen oder Aquajogging, bis die Symptome abgeklungen sind).
- Eisbeutel – im akuten Schmerzstadium, wenn man sonst nichts zu Hause hat, allerdings nicht länger als zehn Minuten – und niemals auf die nackte Haut auflegen).
- Topfenumschläge – helfen sehr gut, weil sie die Entzündung lindern
- Sportpflaster: Prof. Gäbler hält besonders viel von dem Flector EP Pflaster. Dieses Pflaster gibt über 12 – 14 Stunden kontinuierlich eine entzündungshemmende Wirksubstanz (Diclofenac) ab – sodass es sehr oft zu einer raschen Besserung der Symptome kommt. (darf natürlich bei einer Diclofenac Unverträglichkeit nicht verwendet werden, da es zu Hautreizungen kommen kann – zum Glück ausgesprochen selten)
- Sportsalben: helfen auch – haben aber den Nachteil, dass der Großteil der Wirksubstanz nicht von der Haut, sondern den Sportsocken aufgenommen wird
- REPULS-Tiefenstrahler: dabei handelt es sich um eine neue, besonders schonend und schnell wirkende Methode, um das Abklingen von Entzündungen deutlich beschleunigt. – s. auch Repuls Therapie
- Absatzerhöhung der Ferse (hat nur im Anfangsstadium und kurzfristig einen Sinn – später ist es kontraproduktiv !)
Bei Schmerzfreiheit kann das Training wieder aufgenommen werden. Es empfiehlt sich in den ersten Wochen eine Wärmetherapie direkt vor dem Training (z. B. mit ätherischen Thermosalben) in Kombination mit konsequenten Aufwärmübungen. Nach dem Training sollte konsequent gedehnt werden (auch wenn derzeit leider sehr oft Artikel erscheinen, die Dehnungsübungen als sinnlos darstellen) am besten in Form eines dynamischen Dehnungsprogrammes und mit exzentrischen Übungen der Achillessehne. Weiters sollte man nach jeder Trainingseinheit die beleidigte Sehne mit Eisbeuteln oder Topfenumschlägen kühlen.
Begleitende Therapie für Sportler:
- Eisbeutel für max 10 min vor und nach dem Training
- Exzentrisches Dehnen sofort nach dem Training
- Reduziertes Lauftraining bis zu einer Schmerzstärke VAS 5 (auf einer Skala von 0-10)
- Nitrolingualspray 2×2 Hübe lokal auf die schmerzende Achillessehne für 6 Monate als off label use
- Balancetraining im Rahmen der Physiotherapie
Bei anhaltenden Beschwerden kann man zusätzlich folgende Therapiemassnahmen durchführen:
- Mesotherapie (3-5 Sitzungen)
- Stoßwellentherapie (3-5 Sitzungen)
Was tun bei einer akuten Achillessehnenentzündung?
Cortison-Infiltrationen bei Achillodynie
Injektionen mit Cortison sind nur bei wirklich therapieresistenten chronischen Fällen indiziert – doch ist die Besserung unter Cortsion oft schlagartig und nachhaltig.
Cortison führt zu einer exzellenten Hemmung der Entzündungsreaktion (und hat damit seinen Platz in der Therapie von bestimmten Beschwerdebildern), und zu einem Absterben der kleinen Gefäße, damit auch der schmerzenden Nervenendigungen – und damit zu einer raschen Schmerzfreiheit.
Allerdings kann es auch zu einer Verschlechterung der Durchblutungssituation der Sehne kommen, wenn man das Cortison zu knapp an die Sehne oder sogar in die Sehne spritzt -und damit zum Absterben von mikroskopisch kleinen Sehnenanteilen, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines späteren Achillessehnenrisses deutlich steigt. Die kritiklose und oft falsche Infiltration direkt in die Achillessehne hat – durch die hohe Komplikationsrate – dazu geführt, dass manche Ärzte die Applikation von Cortison völlig ablehnen (diese Einstellung ist auch nicht korrekt: die Gabe von Cortison (wie von jedem anderen Medikament auch) muss sorgfältig abgewogen werden. Öfter als zweimal (innerhalb kurzer Zeit) sollte man sich daher nicht mit Cortison infiltrieren lassen – da ist es vermutlich vernünftiger sich einer kleinen Operation zu unterziehen, um die entzündeten Gewebsanteile minimal invasiv zu entfernen.
Eigenbluttherapie (ACP) bei Achillessehnenreizung
ACP (autologes konditioniertes Plasma) ist ein Eigenblutprodukt. Dazu wird der/dem PatientIn Blut aus einer Armvene abgenommen und auf eine spezielle Weise zentrifugiert. Dadurch werden Thrombozyten (Blutplättchen) aktiviert, die wiederum proliferative Substanzen freisetzen (wie Platelet Derived Growth Factor ,PDGF) und morphogene Proteine (Transforming Growth factor, TGF), welche für Muskel-, Sehnen-, Knorpel- und Knochenheilung wichtig sind. Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass durch die Anwendung von Eigenblut (ACP) die Heilung von Muskelverletzungen, aber auch auch von Sehnen- und Knorpelproblemen signifikant beschleunigt und verbessert werden kann.
Weitere Behandlungen: Stoßwellentherapie & ACP
Extrakorporelle Stoßwellentherapie bei Achillodynie:
Die extrakorporelle Stoßwellentherapie
ist eine neuere Methode zur Schmerzlinderung. Man vermutet, dass die
schmerzlindernde Wirkung nicht auf einer Zertrümmerung beruht, sondern
Stosswellen scheinen die Selbstheilung einer Zelle zu aktivieren.
Weiters verbessert die Stosswellentherapie den Zellstoffwechsel und
deaktiviert die Schmerzfasern. Nach mehreren Behandlungen gelingt bei 60
–80 % der Patienten eine Schmerzlinderung oder ev. auch die komplette
Besserung der Beschwerden. Mir persönlich erscheint die Erfolgsrate zu
niedrig (im Vergleich zu den guten Ergebnissen mit exzentr.
Muskelübungen, konsequenter Physio und pordologischen Einlagen) – aber
es ist eine nichtoperative Methode, die man in therapieresistenten
Fällen versuchen kann.
ACP – autolog conditioniertes Plasma:
Die Behandlung mit autologem conditioniertem Plasma (ACP) stellt ein neuartiges Behandlungsverfahren zur Therapie der chronischen Achillodynie und Insertionstendopathie dar. Seit längerem ist bekannt, dass die im Blut des Menschen enthaltenen Wachstumsfaktoren unterschiedliche Heilungsvorgänge positiv beeinflussen können. Auf dieser Erkenntnis beruht die Eigenbluttherapie (ACP). Mittels konzentrierter Wachstumsfaktoren im Blut können Heilungs- und Aufbauprozesse im geschädigten bzw. entzündlich veränderten Sehnengewebe stimuliert werde.
Wie läuft eine Eigenbluttherapie (ACP) ab?
Eine kleine Menge Blut wird wie für eine Blutuntersuchung aus der Armvene entnommen. Durch ein spezielles Trennverfahren wird der Teil des Blutes gewonnen, der körpereigene regenerative und arthrosehemmende Bestandteile enthält. Die so gewonnene körpereigene Lösung wird in das betroffene Gewebe injiziert. Dies geschieht mittels einer speziell entwickelten Doppelspritze (Arthrex Double Syringe). Dieses neu entwickelte Doppelkammersystem gewährleistet die sterile Gewinnung und sterile Injektion der Wachstumsfaktoren und bietet so höchstmögliche Sicherheit. Achtung: Es gibt noch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass diese Therapie hilft, bzw. in welchem Prozentsatz Heilungserfolge erzielt werden können – ist aber von Arthrosepatienten die positive Wirkung bekannt – und es gibt inzwischen positive Anwendungsberichte.
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Die ExpertInnen des Sportambulatorium Wien sind gerne für Sie da
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